Effektive Verlustbegrenzung geht über Stop Loss Orders hinaus. Trader müssen zusätzlich die Gesamtvolatilität am Devisenmarkt im Auge behalten. Zudem müssen die Korrelationskoeffizienten zwischen verschiedenen Wechselkursen berücksichtigt werden. Zu einer professionellen Wertsicherungsstrategie gehören zudem Take Profit und Trailing Stop Orders.
Über die richtige Positionsgröße im Forex Trading wird in der einschlägigen Literatur viel diskutiert – bislang ohne abschließendes, übereinstimmendes Ergebnis. Bei der Suche nach dem optimalen Einsatz pro Trade wird eine wichtige Größe jedoch häufig vergessen: Die Volatilität sollte eine Rolle spielen.
In Phasen allgemein erhöhter Volatilität macht es Sinn, entweder den Einsatz pro Trade zu reduzieren oder die Hebelwirkung zu verringern. In turbulenten Marktphasen ist das Risiko ceteris paribus größer. Darauf sollte durch eine defensivere Einstellung der Parameter (hier: Einsatz pro Trade bzw. Hebel) reagiert werden, um das Risiko in der Summe möglichst konstant zu halten.
Höhere Gesamtvolatilität = Sinkender Einsatz
Die Volatilität darf dabei keinesfalls nur an einem Währungspaar gemessen werden. Trader können einen Durchschnitt aus der Volatilität der Majors bilden und bei einem Anstieg von X Prozent über einen Durchschnitt von Y Tagen reagieren. Welche Werte für die Variablen X und Y optimal sind, hängt vom Handelssystem und dem Zeithorizont sowie dem Finanzhebel ab. Bei dem Durchschnitt für die Volatilität muss berücksichtigt werden, dass diese naturgemäß schnell wieder in die Nähe ihres Normalmaßes zurückfindet. Das ist ihrer Berechnung geschuldet.
Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt im Risikomanagement betrifft die Korrelation zwischen verschiedenen Währungspaaren, in denen Positionen bestehen. Der Zusammenhang wird anhand des Korrelationskoeffizienten gemessen. Ein Wert nahe +1 steht einen starken positiven Zusammenhang, ein Wert nahe -1 für eine gegensätzliche Entwicklung.
Mit der Korrelation Cluster-Risiken erkennen
Werden mehrere Positionen mit hoher Korrelation gehalten, erhöht dies das Risiko. Im Extremfall entwickeln sich mehrere Positionen gleichzeitig identisch. Da die Positionsgröße für jede Position einzeln bestimmt wird, handeln Trader praktisch mit dem Mehrfachen des Normaleinsatzes. Gerade Anfänger übersehen diese Problematik leicht und werden dann im ungünstigen von gleichzeitigen Verlusten in mehreren Positionen überrascht.
Eine weitere Dimension der Verlustbegrenzung betrifft bereits erzielte, aber noch nicht realisierte Gewinne. Fast alle Trader behandeln diese „schwebenden“ Profite mental anders als Eigenkapital. Dazu gibt es aber keinen Grund. Macht der Ausstieg an einem bestimmten Punkt Sinn, sollte er durch eine Take Profit Order oder ein Trailing Stop auch vollzogen werden. Die „schwebenden“ Gewinne sollten nur dann aufs Spiel gesetzt werden, wenn das Chance/Risiko-Verhältnis in der jeweiligen Situation auch die Eröffnung einer Position rechtfertigt.